Sehr geehrte Frau Sabine Elke,
Danke für Ihre Antwort, mit der ich allerdings in keine Weise einverstanden
bin.
Sie gehen in keinem Fall konkret auf die von mir genannte Falschberechnungen
ein, auch nicht im Falle des Fluglotsen, der ggf. trotz gleichem Verdienst
wegen der Beitrgasbemessungsgrenzen Ost/West später eine niedrigere Rente
erhält. Ihr Extrem-Beispiel, wo der Flughafenarbeiter bei gleichem Lohn
beinahe 300 Euro bei gleichem Lohn und gleichem Beitrag im Osten mehr
bekommt, ist total falsch und durch nichts zu belegen. Das ist die von mir
genannte Volksverhetzung. Natürlich muß sich ein westdeutscher
Beitragszahler darüber aufregen - es stimmt aber nicht.
Der Kern Ihrer Falschaussage liegt in folgendem, was Sie ih Ihrer Mail vom
3. Februar erneut bekräftigen
"Die Sonderregelung für die neuen Bundesländer mit einen
Hochwertungsfaktor (in 2008 betrug dieser Faktor 1,1827), der den
Lohnunterschied ausgleichen soll, hat mittlerweile eine sehr große
Hebelwirkung mit der Folge, dass die Hochwertung der Ostlöhne inzwischen
stärker wiegt, als der niedrigere Rentenwert Ost. Das führt dazu, dass man
mit Rentenversicherungsbeiträgen in den neuen Ländern einen höheren
Rentenanspruch erwirbt, als in den alten Ländern. Dies ist in Fachkreisen
unumstritten! Und genau um diesen Effekt geht es im Film. ( Nachzulesen
auch im Sachverständigengutachten 2008 )"
Es handelt sich bei diesem Faktor nicht um einen "Hochwertungsfaktor, der
den Lohnunterschied ausgleichen soll", sondern es ist eine einfache
mathematische Formel, die den konkreten Ostlohn des Versicherers mit dem
Durchschnittslohn-West vergleichbar macht. Es gibt einen
Durchschnittslohn-Ost und -West. Beide werden getrennt voneinander
ermittelt. Um die Rentenpunkte eines konkreten Jahres für einen
Beitragszahler zu ermitteln, könnte man jeweils rechnen
für Ost: Verdienst-Ost / Durchschnitt-Ost
für West: Verdienst-West / Durchschnitt-West
Man käme auf die gleichen Ergebnisse.
Stattdessen macht man folgendes
1) Vergleichsfaktor = Durchschnitt-West / Durchschnitt-Ost
2) für Ost: Verdienst-Ost * Vergleichsfaktor / Durchschnitt-West
3) für West: Verdienst-West / Durchschnitt-West
Da wird also nichts "hochgewertet", es wird lediglich angepasst, um mit dem
West-Durchschnitt verglichen zu werden.
Man könnte ja auch einen gesamtdeutschen Durchschnitt nehmen und alle
Verdienste zu diesen ins Verhältnis setzen.
DR. Rische macht das in seinem Vortrag, den Sie auf Ihrer Internetseite als
LINK angegeben haben, sehr korrekt und richtig deutlich.
Wenn er den Begriff "Hochrechnungsfaktor" verwendet, dann in einem anderen
richtigen Zusammenhang, er rechnet den niedrigeren Ostlohn hoch, um ihn ins
Verhältnis zum West-Durchschnittslohn zu setzen.
DR. Rische erklärt auch, wie es dazugekommen ist, daß der Durchschnittslohn
Ost/West und die Rentenwerte Ost/West nicht mehr punktgenau im gleichen
Verhältnis stehen.
Sie verwenden diese Rentenformeln polemisch um damit gezielt die
westdeutsche Mehrheit in unserem Lande gegen ihren ostdeutschen Mitbürger
aufzuhetzen.
Ich erwarte nach wie vor einen Widerruf - ansonsten werde ich andere
Schritte einleiten.
Mit freundlichen Grüßen
Hartmut Kresse
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