Auf die Straße gegen die NPD
Ein Verbot der rechtsradikalen Partei beseitigt die Nazi-Gefahr nicht.
Der 8.
Mai 1945: Die Nazis
kapitulieren vor den alliierten Armeen. Millionen Menschen auf der
ganzen Welt werden
dieses Jahr am 8. Mai dem Ende der grausamsten
Diktatur der Geschichte gedenken.
Nur
die NPD will an diesem Tag
gegen „60 Jahre Befreiungslüge“
demonstrieren.
Mit ihrem Aufmarsch am
Brandenburger Tor in Berlin wollen die neuen Nazis die
Massenmörder von
Auschwitz und anderswo feiern.
Bei
den sächsischen
Landtagswahlen
im September bekam die NPD 9,2 Prozent der Stimmen und blieb nur knapp
hinter der SPD.
Die Nazi-Führer wissen, wem sie diesen Erfolg zu
verdanken haben.
Zu den Wahlen in Schleswig-Holstein am 20. Februar
schreibt die Partei:
„Wenn Hartz IV seine volle Wirkung erreicht hat,
dürften die Wahlerfolge nicht mehr ausbleiben.“
Die
rot-grüne Regierung hat
mit
ihrem Sozialabbau Millionen Menschen Hoffnung auf ein besseres Leben
genommen
und hunderttausende in Armut gestürzt. Viele wünschen
sich
eine völlig andere Politik.
Einige davon glauben den Lügen der NPD.
Außerdem
hilft das
rassistische
Gefasel der Politiker über angebliche
„Parallelgesellschaften“ von
Muslimen und „Hasspredigern“ den Nazis.
Ein Plakat der NPD zeigt Frauen
mit Kopftuch, darunter die Parole: „Gute Heimreise“.
Derart
gefördert ist die NPD
heute
die stärkste Nazi-Organisation seit 1945.
Seit dem Wahlsieg im
September führt die Partei die lange zersplitterten
Nazi-Gruppen unter
ihrem Dach zusammen.
Der DVU-Vorsitzende Frey ist jetzt
„europapolitischer Berater“ der NPD.
Der Hamburger Landesverband der
Republikaner ist komplett der NPD beigetreten.
Zudem
versucht die Partei,
Nazi-Schläger der so genannten „Freien
Kameradschaften“ als Mitglieder
zu gewinnen.
Führende Neonazis aus den Kameradschaften sind der NPD
beigetreten. Einer von ihnen, Thorsten Heise, ist im NPD-Vorstand.
Vor
der Wahl hatten die Nazis in Sachsen 780 Mitglieder. Jetzt sind es
über
1000.
Neben
Mitgliedern hat der
Wahlerfolg der NPD vor allem viel Geld vom Staat gebracht.
Die Fraktion
im sächsischen Landtag bekommt jeden Monat 90.000 Euro.
Dazu kommt
monatlich ein Kopfbetrag von 2380 Euro für jeden der
zwölf
Abgeordneten.
Insgesamt bekommen die Nazis pro Jahr 1,4 Millionen von
unseren Steuergeldern.
Die
NPD bekennt sich zur
Nazi-Diktatur. Der Vorsitzende Voigt nannte Hitler einen
„großen
Staatsmann“ und
will aus den Betonstelen des Holocaust-Mahnmals in
Berlin das Fundament für eine „neue
Reichskanzlei“ machen.
So nannte
Hitler sein Regierungsgebäude.
Der
sächsische Fraktionschef
Apfel
sagte: „Wir werden nicht eher ruhen,
bis deutsche Umerziehungsstätten
wie das Berliner Holocaust-Mahnmal dem Erdboden gleichgemacht
sind.“
Mit
dem Aufstieg der Nazis kommt
die Gewalt.
Der Potsdamer Verein Opferperspektive zählte letztes Jahr
allein in Brandenburg 135 Gewalttaten von Nazis,
bei denen 174 Menschen
verletzt wurden. 2003 gab es 119 Verletzte.
Ein Vereinssprecher stellte
einen „Höchststand rechtsextremer und rassistischer
Gewalt“ fest.
SPD-
und CDU-Politiker wollen die
NPD jetzt verbieten lassen, was schon vor drei Jahren gescheitert ist.
Das Verfassungsgericht lehnte damals den Verbotsantrag ab,
weil in der
NPD „eingeschleuste Bedienstete staatlicher Behörden
gezielt und
wirkungsvoll Einfluss auf die Willensbildung der
Vorstände“ nehmen,
so
dass bei der Partei „von einer Veranstaltung des Staates
gesprochen“
werden muss.
Das
Gericht stellte fest, dass
jeder siebte der 200 hauptamtlichen NPD-Funktionäre
für den
Geheimdienst arbeitete.
Ein neues Verbotsverfahren ist genauso zum
Scheitern verurteilt.
Dass die NPD heute so viele Nazis einsammeln kann, liegt auch an
früheren Verboten von rechtsradikalen Organisationen.
Seit 1992 wurden
neben der „Deutschen Alternative“, dem
„Nationalen Block“,
der
„Wiking-Jugend“ und der „Freiheitlichen
Deutschen Arbeiterpartei“
weitere 13 Nazi-Organisationen verboten.
Viele ihrer Mitglieder hat die
NPD aufgefangen.
Durch ein Verbot würden die Gewaltverbrecher der NPD weder
eingeschüchtert noch verschwinden,
sondern sich unter anderem Namen neu
organisieren.
Wie
den Nazis beizukommen ist,
haben am 29. Januar die 8.600 Menschen in Kiel gezeigt,
die sich mit
einer Demonstration einem Nazi-Aufmarsch entgegenstellt haben.
Solche
Bündnisse und Aktionen sind entscheidend, um den Vormarsch der
NPD zu
stoppen.
Die große Mehrheit der Menschen lehnt die Nazis und ihre
menschenverachtende Politik ab.